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Wenn die Retter vor einer schwierigen Aufgabe stehen, 08.05.2012

Großübung - Kauferinger Feuerwehr stellt neuen Wechsellader in Dienst

Vergangenes Jahr beschaffte der Landkreis Landsberg zur erweiterten Gefahrenabwehr und im Rahmen des Katastrophenschutzes ein weiteres Wechselladerfahrzeug mit einem Abrollbehälter „Rüst/Bahn“, das bei der Feuerwehr Kaufering stationiert wurde. Nachdem sich die Feuerwehrleute in den Wintermonaten intensiv mit dem Fahrzeug und den Rettungsgeräten vertraut gemacht hatten, erfolgte nun zur Indienststellung des Fahrzeugs eine große Abschlussübung. Als Szenario wurde ein Busunfall angenommen.

Die Übungslage sah so aus: Der Busfahrer eines Gelenkbusses übersah einen Fahrradfahrer und überrollte ihn mit seinem Fahrzeug. Der hinter dem Bus fahrende Lkw konnte nicht mehr bremsen und fuhr auf den Bus auf, wodurch zahlreiche Fahrgäste „schwer verletzt“ und teilweise eingeklemmt wurden. Zudem fiel die Funktion der Drucklufttüren aus.

Die Feuerwehr musste also mehrere Übungstätigkeiten meistern. Hierzu wurden vier Einsatzabschnitte gebildet: Die Befreiung des eingeklemmten Busfahrers, das Retten des Radlers unter dem Bus, die Versorgung und Rettung der verletzten Fahrgäste sowie des Lkw-Fahrers, der sich aus seinem stark deformierten Führerhaus nicht mehr selbstständig befreien konnte. Um Zugang zum Inneren des Busses zu bekommen, wurde eine große Rettungsöffnung im Heckbereich geschaffen. Hierzu wurde die Rettungsbühne eingesetzt, die bei Lkw-, Bus- und Bahnunfällen zum Standardrepertoire der Feuerwehr gehört und dafür sorgt, dass die Feuerwehrleute in gewisser Höhe Rettungsmaßnahmen ergreifen können. Im Inneren erkundeten die ersten Kräfte der Feuerwehr Kaufering die Lage und versorgten die Verletzten. Eingeklemmte Personen wurden befreit und mit Schaufeltragen und Rettungsbrettern nach außen gebracht.

Schweres Gerät kommt zur Rettung des Busfahrers zum Einsatz

Nur mit schwerem hydraulischem Gerät war der Fahrer des Busses zu befreien. Er war im Fußraum eingeklemmt und konnte erst nach der Entfernung der Fensterscheiben und einem Entlastungsschnitt an der Querseite des Vorbaus befreit werden. Hierbei leisteten eine neuartige Rettungssäge sowie der Rettungszylinder wertvolle Dienste.

Tonnenschwer war die Last und groß die Schmerzen, die der „Fahrradfahrer“ erleiden musste. Sein Bein war im Rahmen des Busses verkeilt. Mit speziellen Winden und Rüsthölzern konnte er befreit werden. Zum Abschluss der Übung testeten die Feuerwehrleute den hydraulischen Rettungssatz bei einem ausrangierten Lkw-Führerhaus. Mit Schere, Spreizer und Rettungszylinder gelang es schließlich auch, das letzte Szenario des Tages zu bewältigen. Dass die Übung überhaupt zustande kam, dafür sorgten die Firma Eisele und die Firma Kemeny, die den schrottreifen Gelenkbus zur Verfügung gestellt und nach Kaufering transportiert hatten.

Abrollbehälter soll bei schwierigen Unfallszenarien anrücken

Hochzufrieden mit der Übung zeigte sich der stellvertretende Kommandant Björn Hiekel sowie Übungsleiter Thomas Unger. „Der Personal- und Materialaufwand für eine solche Übung ist enorm. Wir konnten heute viele Dinge ausprobieren und Einsatzabläufe verbessern. Außerdem war das Szenario eines Verkehrsunfalls zwischen einem Bus und einem Lkw ein absolutes Novum für uns. Durch diese Übung konnten wir wertvolle Erfahrungen sammeln, die uns im Einsatzfall garantiert weiterbringen werden.“ Zum Einsatz kommen soll der Abrollbehälter „Rüst/Bahn“ „bei allen Verkehrsunfällen, die umfangreicher technischer Hilfeleistung bedürfen sowie bei Schadensereignissen auf den Bahnstrecken im Landkreis“, wie Hiekel erläuterte.

Quelle - Landsberger Tagblatt

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Ehrenamt: EU-Pläne bedrohen Existenz der Freiwilligen Feuerwehren, 13.04.2012

Eine neue EU-Richtlinie könnte drastische Folgen für das Ehrenamt haben. Demnach könnte ehrenamtliche Arbeit voll auf die Höchstarbeitszeit angerechnet werden.

Eine von der EU-Kommission geplante neue Arbeitszeitrichtlinie verunsichert Freiwillige Feuerwehren, Hilfsorganisationen und Vereine, die von ehrenamtlicher Arbeit abhängen. Trotz massiven Protests von Politik und Verbänden aus Deutschland bekräftigte EU-Sozialkommissar Laszlo Andor, dass die von Arbeitnehmern in der Freizeit geleistete Ehrenamtsarbeit ab 2013 voll unter ihre Höchstarbeitszeit eingerechnet werden soll.

An vielen Tagen wäre kein Freiwilligendienst mehr möglich.

Das hieße, dass etwa bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden nur noch acht Stunden ehrenamtliche Arbeit zulässig wären. Zudem müssten die beruflich vorgeschriebenen Ruhepausen auf das Ehrenamt übertragen werden, sodass an vielen freien Tagen gar kein Freiwilligendienst mehr möglich wäre.

„Das wäre der Anfang vom Ende des Systems der Freiwilligen Feuerwehren in Deutschland“, kritisiert der Geschäftsführer des Bayerischen Feuerwehrverbandes, Uwe Peetz. Vor allem auf dem Land ließe sich die Versorgung nicht mehr aufrechterhalten, wenn Freiwillige samt Ausbildungs- und Wartungszeiten nur noch im Schnitt acht bis zehn Stunden in der Woche aktiv sein dürften. Wenn Kraftfahrer berufliche und Feuerwehr-Lenkzeiten gemeinsam führen müssten, „steht das gesamte System vor dem Aus“.

Bayerischer Landtag fordert Verhinderung der Brüsseler Pläne

Laut Peetz sind allein in Bayern derzeit 330.000 Männer und Frauen in 7700 Freiwilligen Feuerwehren aktiv und leisten 256.000 Einsätze im Jahr. Durch das Feuerwehrgesetz sei ein ausreichender Schutz garantiert, etwa dass Arbeitnehmer nach langen Nachteinsätzen sich für ausreichende Ruhezeiten freinehmen könnten, sagt Peetz. „Eine Brüsseler Regelung ist überflüssig.“

Auch die Politik kündigt Widerstand an: Vor zwei Wochen forderte der Bayerische Landtag einstimmig eine Verhinderung der Brüsseler Pläne. „Die Bundesregierung würde einen Vorschlag zur Einbeziehung der Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren in die Arbeitszeitrichtlinie ablehnen“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Philipp Spauschus, unserer Zeitung. Darin sei sich Innenminister Hans-Peter Friedrich mit Arbeitsministerin Ursula von der Leyen einig.

EU-Sozialkommissar Andor bekräftigte jedoch in einem Brief an den Deutschen Feuerwehrverband, hart bleiben zu wollen. In Brüssel heißt es, die Arbeit der Ehrenamtlichen sei für viele Organisationen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Deshalb müsse der Gesetzgeber den Helfern auch einen angemessenen Schutz garantieren.

Quelle - Landsberger Tagblatt

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Die Drehleiter - ein Lebensretter..., April 2012

...und noch viel mehr. Der Markt Kaufering beschafft für die in die Jahre gekommene Drehleiter von Magirus Ersatz von Iveco. Warum ist das notwendig und bei welchen Einsätzen ist eine Drehleiter unentbehrlich? Auf diese Fragen wollen wir in diesem kurzen Artikel eingehen und ihnen den Fahrzeugtyp näher bringen.

Eine Drehleiter ist primär ein Fahrzeug, das zum Retten von Menschenleben aus Höhen und Tiefen eingesetzt wird. Bei Bränden von mehrstöckigen Häusern können gefährdete Personen schnell vom Korb der Drehleiter aus in Sicherheit gebracht werden. Auch das massenhafte Herabsteigen von Personen über den sogenannten Leiterpark ist problemlos möglich. So können viele Menschen auf unkomplizierte Weise aus ihrer misslichen Lage befreit werden.

Eine weitere Möglichkeit, die Drehleiter einzusetzen, besteht darin, erkrankte oder verletzte Notfallpatienten schonend aus Gebäuden zu Boden zu transportieren. Häufig ist es aufgrund von beengten Platzverhältnissen in den Treppenhäusern, Adipositas oder dem Grad der schwere der Verletzungen nicht mehr möglich, einen Transport über die Krankentrage innerhalb des Gebäudes zu verantworten. Zur Aufnahme der medizinischen Geräte und der Person verfügt die Drehleiter über eine spzielle Halterung. Sie wird am Korb fixiert und von einem Feuerwehrmann bedient. Er überwacht während der Drehleiterfahrt die Person und steuert vom Korb aus das Hubrettungsgerät in die korrekte Position. Beim neuen Modell aus dem Hause Iveco ist es zudem möglich, dass der Notarzt oder ein Rettungsassitent den Transport begleitet. Die alte Drehleiter ist für ein solches Gewicht nicht ausgelegt.

Tiefenrettung mit der Drehleiter? Was sich zunächst kurios anhört, gehört bei den Feuerwehren zum Alltagsgeschäft. Mit der Drehleiter kann nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Tiefe gefahren werden. Außerdem ist es möglich mit einer speziellen Umlenkrolle, dem Rollglis, Personen aus Tiefen zu retten.

Material zum Ausleuchten von Einsatzstellen, verschiedene Rettungsgeräte und Krankentragen runden die Grundausstattung der Drehleiter zur Menschenrettung ab.

Nach der Menschenrettung kommt sie aber auch bei Bränden zur Bekämpfung der Flammen zum Einsatz. Mit einem Wasserwerfer können die Feuerwehrleute das Feuer quasi aus der Luft angreifen. Dies hat zum Einen den Vorteil von größerer Übersicht am Brandherd und zum Anderen kann das Löschwasser gezielt auf einzelne Glutnester gerichtet werden. Parallel dazu bleibt aber die Möglichkeit bestehen, das Löschmittel auch großflächig auf das Brandgut aufzubringen.Kurz: Die Drehleiter erhöht den effektiven Einsatz des Löschmittels. Auch der Einsatz der Wärmebildkamera aus der Höhe hat sich schon bei vielen Bränden als äußerst nützlich erwiesen.

Zusammengefasst muss man folglich festhalten, dass eine funktionsfähige Drehleiter in einem Ort von der Größe Kauferings absolut notwendig ist, um Gefahren von Menschenleben abzuhalten und Brände effektiv löschen zu können. Der Marktgemeinderat Kaufering hat also gut daran getan, die Ersatzbeschaffung der Drehleiter einstimmig zu beschließen und ein solches Fahrzeug zum Wohle von uns Allen bereitzuhalten.

Eine Bitte noch zum Schluss: Da Drehleiterfahrzeuge abgestützt werden müssen, benötigen sie zum Aufstellen eine gewisse Fläche. Parken sie deshalb gerade in engen Wohngebieten möglichst nicht auf der Straße, um so diese Aufstellflächen nicht zu versperren. Dafür danken wir Ihnen herzlich!

Ihre Freiwillige Feuerwehr Markt Kaufering

Quelle - Kauferinger Mitteilungsblatt

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